Kompetenzgruppe Netze

Die Kompetenzgruppe Netze hat sich im Jahr 2025 im Rahmen von drei Präsenz-Veranstaltungen in Frankfurt am Main sowie in weiteren virtuellen Webinar-Formaten zu verschiedenen Themenschwerpunkten ausgetauscht.

Zum Auftakt der Kompetenzgruppenarbeit lud Dr. Falk von Bornstaedt, Leiter der eco Kompetenzgruppe Netze, zum Praxis-Workshop IPv6 ‒ so geht’s am 13. März nach Berlin ein. Der Gastgeber IPB – Internet Provider Berlin stimmte die Teilnehmenden bereits am Vorabend beim traditionellen „Beering“ auf den fachlichen Austausch ein. Zu Beginn präsentierte von Bornstaedt die Ergebnisse der aktuellen IPv6-Akzeptanzumfrage, die als fundierte Basis für die anschließenden Diskussionen über konkrete Migrationsstrategien und Lösungswege diente.

In den Fachbeiträgen wurde verdeutlicht, dass ein dauerhafter Parallelbetrieb von IPv4 und IPv6 („Dual Stack“) aufgrund der hohen Komplexität und Kosten keine nachhaltige Option darstellt. Experten wie Wilhelm Boeddinghaus betonten, dass IPv6 durch moderne Ansätze wie die Mikrosegmentierung nicht nur einfacher zu verwalten, sondern auch effizienter abzusichern ist. Da die Nutzung von IPv4-Adressen, etwa in Cloud-Umgebungen, zunehmend mit Kosten verbunden ist, wird die vollständige Umstellung auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht unverzichtbar.

Praxisberichte von Unternehmen wie EWE TEL und großen Versicherern lieferten den Teilnehmenden wertvolle „Lessons Learned“ für die operative Umsetzung im eigenen Betrieb. In vertiefenden Workshops erarbeiteten die Expert:innen zudem konkrete Vorgehensweisen für die Migration sowie Strategien für eine robuste IPv6-Security. Eine Führung durch das Rechenzentrum des Gastgebers IPB bot darüber hinaus die Gelegenheit, moderne Infrastrukturanforderungen direkt vor Ort in der praktischen Anwendung zu besichtigen.

Die Veranstaltung thematisierte zudem die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten im Netzwerkbetrieb und deren Einfluss auf die digitale Transformation. Die Diskussionen unterstrichen die Notwendigkeit, IPv6 als künftigen Standard zu etablieren, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Digitalstandorts langfristig zu sichern. Zum Abschluss wurde hervorgehoben, dass neben technischer Planung vor allem die gezielte Qualifizierung der Mitarbeitenden der Schlüssel für eine erfolgreiche Protokoll-Ablösung ist.

Am 9. April kamen die eco Kompetenzgruppen KRITIS und Netze im DE-CIX Meeting Center in Frankfurt zusammen, um die strategische und operative Umsetzung der NIS2-Richtlinie zu diskutieren. Im Fokus des fachlichen Austauschs standen praxisnahe Best Practices aus Sektoren wie der Telekommunikation und Energiewirtschaft sowie regulatorische Herausforderungen im Kontext von Supply-Chain-Sicherheit und DORA. Ergänzt wurde das Programm durch fundierte Einblicke in rechtliche Rahmenbedingungen und die sichere Integration von KI in kritische Infrastrukturen. Die Veranstaltung unterstrich die Relevanz eines branchenübergreifenden Wissensaustauschs, um die Cyberresilienz digitaler Ökosysteme nachhaltig zu stärken.

Im Rahmen des eco Interaction Days am 28. August diskutierte die Kompetenzgruppe Netze über das Thema „Future Connectivity ‒ Technologien, Visionen und Herausforderungen der digitalen Infrastruktur von morgen”. Die Expert:innen Wolfram Rinner (GasLINE), Elena Simon (G-Core Labs), Dr. Martin Gimnich (Stadtwerke Köln) und Dr. Bernd Schröder (brown-iposs) beleuchteten dabei die strategischen Potenziale von 5G, Glasfaser und Edge-Computing für die Wirtschaft.

Im Zentrum der Debatte standen innovative Ansätze wie die „Dark Fibre“-Strategie zur Deckung steigender Datenmengen sowie die Transformation von reinem Datentransport hin zu intelligenten Anwendungen für die Smart City. Besonderes Augenmerk galt der Überbrückung der digitalen Kluft durch Public Private Partnerships und der Notwendigkeit interoperabler Systeme für eine nahtlose Vernetzung verschiedener Infrastrukturdienste. Zudem diskutierte das Panel die kritische Rolle von Cybersicherheit und Nachhaltigkeit als unverzichtbare Grundpfeiler einer resilienten digitalen Daseinsvorsorge. Die Veranstaltung unterstrich somit eindrucksvoll die Vision einer vernetzten Zukunft, in der technologische Synergien das alltägliche Leben und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig transformieren.

Im Rahmen des Webinars „Hybride Cloud Connectivity” diskutierte Dr. Falk von Bornstaedt mit weiteren Netzwerk-Expert:innen am 4. September über wichtige Aspekte globaler Connectivity-Strategien. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den spezifischen Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU), um durch hybride Cloud-Szenarien mehr Flexibilität und Skalierbarkeit für ihre digitale Transformation zu gewinnen. 

Die Expert:innen erläuterten die Bedeutung einer effizienten Orchestrierung, die ein nahtloses Zusammenwirken der verschiedenen Cloud-Komponenten sicherstellt. Zudem wurde die Relevanz einer resilienten Connectivity als unverzichtbare Grundlage für stabile und ausfallsichere Systeme hervorgehoben. Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion bildete die Analyse der Service Level Agreements (SLAs) großer Hyperscaler und deren direkter Einfluss auf die Anforderungen an die betriebliche Vernetzung.

Durch praxisnahe Lösungsansätze erhielten die Teilnehmenden wertvolle Impulse, wie sie ihre Cloud-Infrastruktur unabhängig von spezifischen Workloads robust gestalten können. Damit verdeutlichte das Webinar, dass eine zuverlässige und strategisch geplante Verbindung der entscheidende Schlüssel für den Erfolg hybrider Cloud-Modelle ist.

Im Rahmen der Konferenz Connected Germany am 18. und 19. November setzte eco Impulse zur Zukunft der digitalen Infrastruktur. Dr. Falk von Bornstaedt beteiligte sich dabei sowohl als Panelist, als auch mit einer Keynote zum Themenfeld der digitalen Souveränität in Deutschland. 

Im Panel zur digitalen Souveränität diskutierte er gemeinsam mit Branchenexpertinnen und -experten die strukturellen Voraussetzungen für ein widerstandsfähiges, eigenständiges und innovationsfreundliches digitales Ökosystem. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle eines breit und sicher aufgestellten Netzbetriebs als Fundament für wirtschaftliche Resilienz.

In seiner Keynote vertiefte Dr. Falk von Bornstaedt diese Perspektive und zeigte auf, wie sich digitale Souveränität vom abstrakten Leitbegriff zum konkreten Handlungsfeld entwickeln kann. Zudem betonte er, dass Souveränität nicht allein technisch definiert ist, sondern gleichermaßen strategische Kooperationen, offene Standards und ein glaubwürdiges Sicherheitsverständnis erfordert.