
eco Beschwerdestelle
Bekämpfung rechtswidriger Internetinhalte und Engagement im Jugendmedienschutz
Seit 1996 kämpfen wir mit der eco Beschwerdestelle effektiv gegen rechtswidrige Online-Inhalte und setzen uns dafür ein, dass Rechtswidriges gelöscht und Strafbares zur Anzeige gebracht wird. Die Kooperation mit den verschiedenen Akteuren ist uns dabei genauso wichtig wie neutrale und nachvollziehbare Prozesse.
Unsere Arbeit basiert auf einer freiwilligen gesamtgesellschaftlichen Zusammenarbeit, deren Fundament die Selbstregulierung der Provider und das Engagement der Internetnutzer:innen sind. eco kooperiert dabei seit jeher mit Strafverfolgungsbehörden im Kampf gegen Kinderpornografie und andere illegale Internetinhalte.
Zudem sind wir Ansprechpartner für Mitglieder, Staat, Gesellschaft und Politik.
Internetnutzer:innen können verdächtige Inhalte kostenlos und anonym zum Beispiel unter beschwerdestelle.eco.de melden. Die Jurist:innen der Beschwerdestelle überprüfen dann, ob der gemeldete Inhalt gegen das deutsche Recht verstößt und ergreifen im Verstoßfall Maßnahmen.

Die eco Beschwerdestelle ist zudem über das mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e. V. (FSM) gemeinsam betriebene Webportal internet-beschwerdestelle.de sowie über die Informationsplattform für Jugendliche unter juuuport.de/melden erreichbar.
Statistik
Im Jahr 2025 überprüfte die eco Beschwerdestelle insgesamt 51.359 Fälle wegen potenziell strafbarer oder jugendmedienschutzrechtlich relevanter Internetinhalte. Rund 58 Prozent dieser Fälle waren für die eco Beschwerdestelle weiter verfolgbar („berechtigte“ Beschwerden).
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der berechtigten Beschwerden nahezu verdreifacht und markiert mit 30.035 Fällen einen neuen Höchststand an berechtigten Fällen.
Die berechtigten Beschwerden wurden – je nach Art des Verstoßes und Serverstandort – an Strafverfolgungsbehörden, Inhalteanbieter, Host- oder Plattformprovider und/oder Mitglieder des INHOPE-Netzwerks weitergeleitet.
Inhaltlich betrafen die meisten Beschwerden Darstellungen des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern, wie sie in § 184b StGB als Kinderpornografie definiert sind. 8,03 Prozent der berechtigten Beschwerden betrafen andere Inhalte (zum Beispiel Jugendpornografie oder Cybergrooming, verfassungsfeindliche Inhalte, Gewaltdarstellungen sowie weitere jugendgefährdende und entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte).

Der Anteil an jugendpornografischen Inhalten (2.254 Fälle) stellte hierbei den größten Bereich innerhalb der anderen Inhalte dar. Der Anteil der verfassungsfeindlichen Inhalte war mit rund 0,03 Prozent aller berechtigen Beschwerden erneut auffallend gering. Auffällig ist insofern der deutlich geringere Anteil der einschlägigen Beschwerden, knapp 99 Prozent der gemeldeten, potenziell verfassungsfeindlichen Inhalte stellten sich im Rahmen der rechtlichen Prüfung als zulässige und von der Meinungsfreiheit gedeckte Äußerungen und Inhalte dar.
Insgesamt wurden weltweit 98,58 Prozent der von der Beschwerdestelle monierten illegalen Internetinhalte wie Darstellungen des sexuellen Missbrauchs, Volksverhetzung, Gewaltdarstellungen entfernt. Dies zeigt erneut, dass Selbstregulierung funktioniert – auch international. Denn knapp drei Viertel der monierten URLs (74,42 Prozent) waren außerhalb Deutschlands gehostet.
Netzwerk- und Gremienarbeit/politisches Engagement im Jahr 2025: Ein Auszug
INHOPE (International Association of Internet Hotlines)
INHOPE ist der internationale Dachverband von Internetbeschwerdestellen, die insbesondere Beschwerden über Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger entgegennehmen. Gegründet 1999, unter anderem von eco, ist das Netzwerk mittlerweile auf 57 Beschwerdestellen auf sechs Kontinenten angewachsen.
Die eco Beschwerdestelle beteiligt sich regelmäßig am Wissens- und Erfahrungsaustausch innerhalb des Netzwerks, unter anderem im direkten Austausch mit Partnerbeschwerdestellen. Für das Berichtsjahr hervorzuheben ist der Besuch bei den Kolleg:innen in Luxemburg sowie von einer portugiesischen Kollegin.
Zudem hat sich eco in die von INHOPE koordinierte (Weiter-)Entwicklung des „Universal Classification Schema“ eingebracht. Dies ist ein Klassifikationssystem für die Bewertung von Darstellungen des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen.

Es soll Beschwerdestellen, Strafverfolgungsbehörden und Diensteanbietern eine einheitliche, beschreibende Erfassung („Labeling“) dieser Inhalte bieten. Eine „Übersetzung“ der die Inhalte beschreibenden Labels in rechtliche Kategorien – im Angesicht international unterschiedlicher Rechtslagen – kann dann eine (straf-)rechtliche Bewertung der Inhalte für jedes teilnehmende Land ermöglichen. Dies soll unter anderem Priorisierungen bei der Hinweisbearbeitung ermöglichen. eco beteiligt sich an der Fortentwicklung des „Universal Classification Schema“ durch Teilnahme im zugehörigen Expert Council durch Sebastian Fitting, Senior Referent der eco Beschwerdestelle.
Seit November 2024 ist Sebastian Fitting Mitglied des INHOPE-Vorstands.
Safer Internet Centre Deutschland
Die eco Beschwerdestelle ist als (Mit-)Betreiber des Portals internet-beschwerdestelle.de seit 2008 Teil des deutschen Safer Internet Centers (saferinternet.de), dem neben eco die FSM, jugendschutz.net, die „Nummer gegen Kummer“ und klicksafe.de (betrieben von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz) angehören.
Die Kooperation des Safer Internet Centres umfasste auch 2025 gemeinsame Awareness-Raising-Aktivitäten:
Zum Safer Internet Day fand ein gemeinsames Webinar zum Thema „Keine Likes für Lügen: Was tun gegen populistische und extremistische (Deep) Fakes im Internet? – Was Fachkräfte & Eltern wissen müssen!“ statt. Vor rund 400 Teilnehmenden informierten Expert:innen des Verbunds Safer Internet DE über die Herausforderungen und Optionen im Umgang mit populistischen und extremistischen (Deep) Fakes im Netz. Dabei wurden auch rechtliche Aspekte behandelt, darunter die Bewertung der Inhalte im Kontext geltender Gesetze.

Anlässlich des europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch am 18. November 2025 haben die Beschwerdestellen von eco, FSM und jugendschutz.net zur Online-Veranstaltung „Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt im Netz – Was Fachkräfte wissen müssen“ eingeladen. Dieses Webinar hatte mit rund 500 Teilnehmenden eine sehr große Resonanz und Reichweite.
Auch im Jahr 2025 wurde das deutsche Safer Internet Centre von der Europäischen Union im Rahmen des „Digital Europe Programme“ finanziell gefördert. Die Partner des Safer Internet Centres möchten diese Zusammenarbeit fortsetzen und haben daher im Herbst 2025 erneut einen Antrag auf Weiterförderung gestellt.
Austausch mit relevanten Akteuren im Bereich des Jugendmedienschutzes
Darüber hinaus stand die eco Beschwerdestelle mit weiteren relevanten Akteuren im Bereich des Jugendmedienschutzes im Austausch. Insoweit können folgende Aktivitäten hervorgehoben werden:
Aufbauend auf den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit mit Aufsichtseinrichtungen sowie Selbstkontrolleinrichtungen bei allgemeinen Themen und Einzelfallfragen fortgeführt. Beispielhaft seien die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und USK online hervorgehoben.
Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) ist ein weiterer wichtiger Akteur in Bezug auf die Gewährleistung und Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes und langjähriger Netzwerkpartner der eco Beschwerdestelle. BzKJ und eco Beschwerdestelle arbeiten dabei in unterschiedlichen Bereichen und auf unterschiedlichen Ebenen partnerschaftlich zusammen.

Neben der Zusammenarbeit im Rahmen der BKA-Kooperation sind beispielsweise Mitarbeiter:innen der eco Beschwerdestelle seit vielen Jahren als Beisitzer:innen der Prüfstelle für jugendgefährdende Medien ernannt. Zudem haben Vertreter:innen der eco Beschwerdestelle an der sogenannten Zukunftswerkstatt der BzKJ zum Thema „Sexuelle Gewalt und Belästigung im digitalen Raum“ teilgenommen.
Die eco Beschwerdestelle ist Teil des Partnernetzwerks der 2024 gegründeten und bei der BzKJ angesiedelten Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten (KidD). Im Berichtsjahr fand eine gemeinsame Veranstaltung von KidD und ECPAT Deutschland e. V. zum Thema „Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen im Netz“ statt, an der Kira Peek, Senior Referentin der eco Beschwerdestelle, teilgenommen hat.
Auch im Jahr 2025 war zudem „Priority Flagging“ ein wesentliches Element der effektiven Arbeit der eco Beschwerdestelle. Die speziellen Meldewege für vertrauenswürdige Hinweisgeber:innen ermöglichen eine unmittelbare Interaktion zwischen Beschwerdestellen und den Anbieter:innen, was sich auch positiv auf Reaktionszeiten auswirkt.
Strafverfolgungsbehörden
Die Strafverfolgung ist ein wichtiges Element bei der Bekämpfung illegaler Internetinhalte. Die eco Beschwerdestelle setzt sich im Rahmen der Beschwerdebearbeitung dafür ein, dass Rechtswidriges gelöscht sowie Strafbares zur Anzeige gebracht wird. Auch über die Beschwerdebearbeitung hinaus arbeitet die Beschwerdestelle auf Bundes- sowie auf Landesebene mit Strafverfolgungsbehörden zusammen.
Bei der Bekämpfung von Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern besteht eine enge und effektive Kooperation mit dem Bundeskriminalamt (BKA), was auch im Bericht der Bundesregierung zum Erfolg von Löschmaßnahmen bei kinderpornografischen Webinhalten zum Ausdruck kommt. Der zuletzt im Juni 2025 veröffentlichte Bericht belegte erneut, dass das Prinzip „Löschen statt Sperren“ und die Zusammenarbeit von Beschwerdestellen, dem BKA und der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendschutz (BzKJ) sehr wirksame Mittel zur Bekämpfung rechtswidriger Internetinhalte darstellen.

Im Bereich der Staatsschutzdelikte kooperiert die eco Beschwerdestelle sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene mit Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften. Seit 2019 ist eco zudem Mitglied der nordrhein-westfälischen Initiative „Verfolgen statt nur Löschen“ und unterstützt damit aktiv die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Hate Speech im Netz.
Darüber hinaus kooperiert die Beschwerdestelle auf lokaler Ebene eng mit der Polizei. Hervorzuheben ist auch für das Jahr 2025 die Zusammenarbeit mit der Polizei Köln, welche unter anderem gemeinsame Veranstaltungen zum jährlichen Safer Internet Day oder im Zusammenhang mit den sogenannten Kölner Präventionsgesprächen umfasst.
Begleitung regulatorischer Themen
In regulatorischer Hinsicht war der Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Verordnung zur Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSAM-Verordnung) auch im Jahr 2025 das Hauptthema der eco Beschwerdestelle. Durch die „Betroffenheit“ der Mitgliedsunternehmen und etablierter Beschwerdestellen ist dieses europäische Gesetzesvorhaben daher für eco als Interessenvertreter und Beschwerdestellenbetreiber von besonderer Bedeutung.
Daneben begleitete die eco Beschwerdestelle unter anderem die Entwicklung der Leitlinien der Europäischen Kommission zu Art. 28 des Digital Services Act (DSA) zum Jugendmedienschutz, die Pläne des Bundesministeriums der Justiz für ein Gesetz gegen digitale Gewalt, die Verbändebeteiligung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung zum Referentenentwurf für ein Gesetz über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung sowie Pläne der Länder, Möglichkeiten der Netzsperren im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages auszuweiten.

Jahresbericht der eco Beschwerdestelle
Transparenz ist wichtig für die Arbeit einer Beschwerdestelle. Daher haben wir im Sommer 2025 den neunten, eigenständigen Jahresbericht der eco Beschwerdestelle veröffentlicht.
Expertenlunch Jugendmedienschutz & eco Jugendschutzbeauftragung
Das Portfolio der eco Beschwerdestelle wird durch unabhängig von der allgemeinen Beschwerdearbeit bestehende, separate Angebote im Bereich Jugendmedienschutz abgerundet. So profitieren Mitglieder neben volljuristischen Qualifikationen bei der Bewertung von Online-Angeboten und erforderlichen Maßnahmen von mehr als 25 Jahren Expertise im Bereich Jugendmedienschutz.
Expertenlunch Jugendmedienschutz
Mit dem „Expertenlunch Jugendmedienschutz“ bietet die eco Beschwerdestelle exklusiv für die im Bereich Jugendmedienschutz aktiven Verbandsmitglieder ein offenes Forum, um Erfahrungen auszutauschen und zu informieren.
Planmäßig finden zwei bis drei Treffen pro Jahr statt, zum Teil unter Einbeziehung relevanter Akteur:innen und externer Expert:innen.

eco Jugendschutzbeauftragung
Die Funktionen des Jugendschutzbeauftragten:
- Beratungsfunktion gegenüber dem Anbieter
- Ansprechpartner für Nutzer:innen
- Anlaufstelle für die Aufsicht
Jugendschutz im Internet ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit der eco Jugendschutzbeauftragung haben Verbandsmitglieder die Möglichkeit, ihren Beitrag zu leisten. Bestimmte Telemedienanbieter mit entwicklungsbeeinträchtigenden oder jugendgefährdenden Inhalten sowie Suchmaschinenanbieter können sogar nach § 7 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) zur Bestellung eines Jugendschutzbeauftragten verpflichtet sein.
Mit der eco Jugendschutzbeauftragung unterstützt die Beschwerdestelle Telemedienanbieter ganzheitlich bei der Erfüllung dieser Pflicht oder bei der freiwilligen Bestellung. Hierbei bietet sie folgende Funktionen und Vorteile:
- umfassende rechtliche Beratung zu Jugendschutzfragen
- neutrale Schnittstelle zu den Nutzer:innen
- Minimierung von Haftungsrisiken
- Vorbeugung von amtlichen Bußgeldern und Abmahnungen
- Vertrauensgewinn bei Nutzer:innen durch wirksamen Jugendschutz
- aktuelle Informationen zu Entwicklungen und rechtlichen Änderungen im Jugendmedienschutz
Weitere Informationen zu Arbeitsweise, Statistiken und Angeboten der eco Beschwerdestelle finden Sie unter beschwerdestelle.eco.de sowie im Jahresbericht der eco Beschwerdestelle für das Jahr 2025.