
FACIS
Der eco – Verband der Internetwirtschaft verantwortet seit November 2024 das Management des Projekts FACIS im Rahmen der europäischen Cloud-Infrastruktur-Initiative IPCEI-CIS/8ra. 8ra ist eine Initiative der EU und ihrer Mitgliedstaaten, um eine europäische Cloud-Infrastruktur aufzubauen, damit Unternehmen Daten sicher austauschen und digitale Dienste reibungslos über Anbieter- und Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten können. FACIS (Federation Architecture for Composed Infrastructure Services) trägt hierzu bei, indem es praktische Lösungen, gemeinsame Regelwerke sowie konkrete Anwendungsbeispiele entwickelt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) bis Anfang 2027 mit rund 6,8 Millionen Euro gefördert.
Ein wichtiger Schwerpunkt im Jahr 2025 lag auf sogenannten Service Level Agreements (SLAs). Dabei handelt es sich um Vereinbarungen zur Qualität digitaler Dienste, zum Beispiel zur Verfügbarkeit oder Reaktionszeit von IT-Services. FACIS hat gemeinsam mit Partnern Vorschläge für einheitliche Regeln für SLAs entwickelt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit transparenter zu machen und Leistungen anbieter- und grenzübergreifend vergleichbarer und messbarer zu gestalten (siehe SLA Governance & SLA Taxonomy). Der Vorschlag für ein gemeinsames Regelwerk wurde im November 2025 beim FACIS-Event „Next Generation SLA Management“ in Berlin vorgestellt. Bereits im Vorfeld fanden über das gesamte Jahr hinweg Workshops – vor Ort und online – statt. In diesen Formaten diskutierten Cloud-Provider sowie Unternehmen und Organisationen, welche Anforderungen in einem solchen Regelwerk berücksichtigt werden müssen.

Darüber hinaus hat FACIS an sogenannten Federation Architecture Patterns (FAPs) gearbeitet. Dabei handelt es sich um standardisierte Vorgehensmodelle oder „Baupläne“, die zeigen, wie Organisationen ihre unterschiedlichen digitalen Dienste sicher miteinander verknüpfen können. Mit dem ersten dieser „Baupläne“ – dem „Partner Onboarding FAP“ – wurde 2025 ein wichtiger Meilenstein erreicht. Es beschreibt, wie neue Partner strukturiert und sicher in ein gemeinsames digitales Ökosystem aufgenommen werden können. Dadurch soll die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Anbietern künftig schneller und einfacher möglich sein. Ende des vergangenen Jahres wurden zudem drei weitere Federation Architecture Patterns über Ausschreibungen gestartet; dabei hat eco die Rolle des Projektbüros übernommen, während externe Partner die technische Umsetzung der entwickelten Lösungen verantworten.
Um zu demonstrieren, wie föderierte digitale Ökosysteme bereits heute praktisch funktionieren können, hat FACIS zudem ein Anwendungsbeispiel aus der Luftfahrt entwickelt. In diesem Szenario tauschen Flugzeuge, Airlines, Flughäfen und weitere Partner wichtige Betriebs- und Wartungsdaten sicher über verschiedene Cloud-Systeme hinweg aus. So können Informationen schneller dort ankommen, wo sie benötigt werden – zum Beispiel bei technischen Problemen oder bei der Planung von Wartungsarbeiten. Dadurch lassen sich Abläufe effizienter gestalten, Ausfallzeiten reduzieren und neue digitale Services für den sicheren und reibungslosen Flugbetrieb ermöglichen.
Weitere Informationen unter: www.facis.eu
