EuroCloud Deutschland_eco

Das Umfeld von EuroCloud Deutschland war im Jahr 2025 durch eine hohe Dynamik geprägt. Der weltweite Cloud-Markt wuchs erneut um mehr als 20 Prozent. Wie bereits in den drei Jahren zuvor wurde diese Entwicklung maßgeblich durch KI-spezifische Dienste vorangetrieben. Mit der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz gewinnen Daten zusätzlich an strategischer Bedeutung. Damit rücken zugleich grundlegende Fragen stärker in den Fokus: Wer kontrolliert diese Daten? Wer betreibt die zugrunde liegende Infrastruktur? Und wie entwickeln sich daraus entstehende Abhängigkeiten?

Angesichts dieser Dynamik gewann die Debatte um digitale Souveränität weiter an Gewicht. Themen wie Resilienz, Kontrolle über Daten und Infrastrukturen sowie technologische Handlungsfähigkeit wurden – auch vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und regulatorischer Entwicklungen – intensiver diskutiert.

EuroCloud Deutschland begleitet diese Diskussion bereits seit mehreren Jahren. Auch im Berichtsjahr hat der Verband verschiedene Formate genutzt, um den Austausch zwischen Mitgliedsunternehmen zu fördern und Positionen zu entwickeln. So fand Anfang Mai in Mainz – im Vorfeld des Data Center Expert Summit 2025 des eco – ein Executive Roundtable unter dem Titel „Cloud und die Digitale Resilienz Europas“ statt. Rund 15 Entscheider:innen aus Mitgliedsunternehmen nahmen daran teil. Ein zentrales Diskussionsthema war die Frage, wie sich Wahlfreiheit und Wettbewerb im europäischen Cloud-Markt stärken lassen.

Die Themen wurden auch beim EuroCloud Summit 2025 aufgegriffen, der am 24. September in Dortmund stattfand. Die Veranstaltung lief unter dem Motto „Perspektiven für eine resiliente Zukunft“. Im Rahmen des Summits stellte der Verband den EuroCloud Pulse Check 2025 vor. Die Studie erschien bereits zum fünften Mal und befasste sich in diesem Jahr unter anderem mit der Rolle der „Superscaler“, also der größeren Provider aus Europa, im Cloud-Markt.

2025 war auch ein Jahr wichtiger regulatorischer Entwicklungen. Mehrere europäische Rechtsakte, die die Cloud-Wirtschaft unmittelbar betreffen, wurden geltendes Recht. Dazu gehören insbesondere der AI Act, dessen Bestimmungen stufenweise zur Anwendung kommen (erste gelten seit dem 2. Februar beziehungsweise dem 2. August 2025), und der Data Act, der unter anderem den Wechsel zwischen Cloud Providern („Cloud Switching“) erleichtert und seit dem 12. September 2025 gilt.

Zudem wurde die europäische Cybersicherheits-Richtlinie NIS2 zum 6. Dezember 2025 in deutsches Recht umgesetzt. Sie erweitert den Kreis der regulierten Unternehmen deutlich. Unter anderem werden Cloud-Anbieter sowie Managed Service Provider je nach Unternehmensgröße und Bedeutung als wichtige, beziehungsweise besonders wichtige Einrichtungen eingestuft und müssen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen umsetzen.

Mit diesen Rechtsakten hat sich EuroCloud Deutschland im Berichtsjahr in mehreren Formaten befasst. Dazu gehörten Webinare sowie das Cloud Legal Meet-up, ein Format, in dem Dr. Jens Eckhardt, IT-Fachanwalt und Mitglied des EuroCloud-Vorstands, einmal pro Quartal über aktuelle rechtliche Entwicklungen informierte.

Zum AI Act fanden darüber hinaus zwei Präsenzveranstaltungen in Berlin und Essen statt. Sie standen unter der Überschrift „AI Act – Worüber reden wir eigentlich?“. Auch dort trat Dr. Eckhardt als Referent auf. Ergänzend veröffentlichte der Verband ein 30-seitiges Handout mit dem gleichen Titel, das die zentralen Inhalte der Verordnung und ihre Auswirkungen auf Unternehmen zusammenfasst.

Als feste Größe hat sich inzwischen der erwähnte EuroCloud Summit etabliert, der den verschiedenen Zielgruppen des Verbands eine gemeinsame Networking-Plattform bietet. Im Berichtsjahr war die Cloud Community zu Gast bei adesso as a Service in Dortmund. Rund 90 Mitgliedervertreter:innen nahmen an der Veranstaltung teil.

Im Rahmen des Summits wurden zudem die Gewinner der EuroCloud Awards ermittelt. In der Kategorie „Bestes Kooperationsprojekt“ gab es zwei Gewinner. Die Konsortien von HKN, enclaive und ScaleUp Technologies sowie von netgo und WIIT erhielten jeweils die gleiche Stimmenzahl. Den Award für „Human Empowerment“ gewann adacor Hosting. Die App Xana-AI der Industry Fusion Foundation wurde als bestes KI-Projekt ausgezeichnet. Per Jury-Votum wurde Deepshore als „EuroCloud-Mitglied des Jahres“ geehrt.

Unmittelbar vor dem Summit fand die ordentliche Mitgliederversammlung von EuroCloud Deutschland statt. In diesem Rahmen wurde Silke Kanes neu in den Vorstand aufgenommen. Die Technologie- und Transformationsberaterin wurde durch den eco Verband, dessen Vorstand sie seit August 2025 angehört, in das Gremium entsendet. Innerhalb des Vorstands übernimmt sie Verantwortung für die Themen Software sowie Unternehmenskultur und Diversity. Damit umfasst der Vorstand nun sechs Mitglieder.

Mit der Erweiterung des Vorstands trägt der Verband auch Entwicklungen im Cloud-Markt Rechnung. Insbesondere im Softwarebereich ist eine zunehmende Verlagerung vom klassischen Lizenzmodell hin zu Software-as-a-Service-Angeboten zu beobachten. Prognosen gehen für den deutschen SaaS-Markt weiterhin von hohen Wachstumsraten aus. Gleichzeitig spielen Cloud-basierte Softwareangebote eine wichtige Rolle für die Integration neuer KI-Funktionen in Anwendungen.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Vorstand im Jahr 2025 intensiver mit der Frage beschäftigt, wie Softwareanbieter stärker in die Verbandsarbeit einbezogen werden können. In einer Strategiesitzung am 20. November 2025 in Köln wurde beschlossen, hierfür eine eigene Initiative zu entwickeln. Zielgruppe sind Softwarehersteller, die bereits SaaS-Angebote betreiben oder sich in einer entsprechenden Transformation befinden.

Aus dieser Diskussion entstand der „EuroCloud Software Innovators Circle“. Die Initiative soll Softwareunternehmen mit Akteuren der Internet- und Cloudwirtschaft vernetzen und den Austausch über Themen wie Cloud-Infrastruktur, Betrieb sowie Security- und Compliance-Fragen fördern. Der Kick-off der Initiative fand am 16. April 2026 im Kölner Büro des eco Verbands statt.

Neben Software- und SaaS-Unternehmen hat EuroCloud 2025 weitere Zielgruppen stärker adressiert. Dazu zählen insbesondere Systemhäuser, deren Geschäftsmodelle sich durch die zunehmende Cloud-Nutzung ebenfalls verändern. Um den Austausch zu aktuellen Herausforderungen zu fördern, wurde das Workshopformat „Systemhaus Dialog 2030 – Denkanstöße für das IT-Service-Geschäft der Zukunft“ gestartet. Erste Veranstaltungen fanden zwischen April und Juni 2025 in Köln, Frankfurt, München und Paderborn statt. Im September folgte eine Sonderausgabe zum Thema Managed Security Services im Rahmen der Internet Security Days 2025 im RheinEnergieStadion in Köln. Die Reihe wurde im April 2026 mit Workshops in Hürth und München fortgesetzt.

Darüber hinaus rückt auch die industrielle Nutzung von Cloud-Technologien zunehmend in den Fokus. In Bereichen wie Cloud Manufacturing oder föderierten Datenräumen sehen viele Unternehmen wichtige Bausteine für die Digitalisierung der Fertigungsindustrie. Vor diesem Hintergrund vereinbarte EuroCloud Deutschland im September 2025 eine Kooperation mit der Industry Fusion Foundation (IFF), die sich für die Digitalisierung mittelständischer Maschinenbauunternehmen in Europa einsetzt. Am AI Open Source Summit 2025 der IFF, der am 30. Oktober in Bad Wörishofen stattfand, beteiligte sich der Verband ebenfalls. EuroCloud-Vorstand Prof. Dr. Norbert Pohlmann hielt eine Keynote zu den Sicherheits- und Vertrauensmechanismen von Datenräumen.

Darüber hinaus präsentierte sich EuroCloud auf Branchen-Events wie dem Service Provider Summit, der Cloud Native Conference und der CCX Cloud Computing Conference, allesamt Events der Vogel IT-Akademie, die im Mai auf dem Petersberg bei Bonn beziehungsweise in Eppstein (Taunus) stattfanden, sowie auf der Cloud & AI Infrastructure Frankfurt (im Rahmen der Tech Show 2025) im Juni. Im Rahmen der Frankfurter Messe fanden erneut zwei EuroCloud-Panels statt, die durchweg mit Mitgliedsunternehmen besetzt waren. 

Auch die Mitgliederbasis entwickelte sich im Berichtsjahr weiter. Insgesamt schlossen sich 19 Unternehmen dem Cloud-Verband neu an: dacoso, Dockland Media Group, FlowCutter, G&L Geißendörfer & Leschinsky, iits Consulting, NEXOWARE, Novar (a Honeywell Company), Polarise, q.beyond, Securance-iAP, Vertiv, WIIT, Yorizon.